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Lärm durch Zugpfeifen (Signalhörner)

Man möchte meinen: Der Zug pfeift seit über 100 Jahren – wo ist das Problem?
Das Problem ist, dass leider nur die ersten 100 Jahre Pfeifen eingesetzt wurden, deren Lautstärke so bemessen war, dass einem Menschen kein bleibender Gehörschaden drohte, falls man doch zufällig neben einer pfeifenden Lok unterwegs war. Das hat sich vor ein paar Jahren geändert. Nun wird versucht Abhilfe zu schaffen, indem man Bahnübergänge beschrankt. Das wird teuer und mit den geltenden Vorschriften der Bahn in machen Fällen nahezu unmöglich sein. Dass Lärm krank macht, ist wissenschaftlich erwiesen. Deshalb sind wir dabei herauszufinden, wie man die Lokpfeifen wieder leiser bekommt. Dazu müsste man der Bahn und dem Normenausschuss begreiflich machen, dass auch heute Menschen entlang der Bahnlinie leben. Das wird auch nicht einfach, aber die Werksleitung des Zementwerks ist in dieser Sache auf unserer Seite. Dass Züge gelegentlich sehr spät unterwegs sind, liegt übrigens nicht am Zementwerk, sondern an den Verspätungen der Bahn. Bereitstehende Züge können oft lange nicht abfahren, weil die Bahn kein grünes Licht gibt.

Das Problem mit den Signalhörnern betrifft eigentlich ganz Europa, wegen der DIN EN15153-2. Bei der Entwicklung dieser Norm und der entsprechenden Ausrüstung der Lokomotiven wurde offenbar übersehen, dass die Zugpfeife nicht nur Menschen im PKW in 100m Entfernung erreicht, sondern nebenbei auch Anwohner und Passanten in unmittelbarer Nähe. Ein Beispiel ist die Situation in Thansau und Rohrdorf.

Eine Herausforderung ist, dass die Bahn oder die Lok-Hersteller derzeit gegen kein Gesetz verstossen. Im Gegensatz zu Grenzwerten für Feinstaub, die gesetzlich festgelegt sind und deren Einhaltung penibel verfolgt wird, gibt es solche Grenzwerte für Lärm offenbar nicht. Oder wenn es sie gibt, sind sie nicht auf einzelne Pfiffe aus Lokomotiven anwendbar, da es sich ja um ein Signalhorn handelt.

Dabei ist Lärm ähnlich gesundheitsschädigend wir Feinstaub - im Einzelfall ist die Verkürzung der Lebenszeit oder Beeinträchtigung der Gesundheit vielleicht schwer nachweisbar, aber insgesamt (statistisch) ist die Schädlichkeit wohl unbestritten. Siehe auch: https://www.dasmedizinblog.de/laerm-macht-krank-und-verkuerzt-das-leben/

Wer Fragen oder Anregungen hat zu diesem Thema sende uns gerne eine Nachricht an:
Vorstand@SPD-Rohrdorf-Thansau.de